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5 Fragen 5 Antworten Immer in Bewegung

Dr. h.c. Manfred Florian Welker; Bild: VPC
Herr Welker, können sie uns ein bisschen von sich erzählen?

Manfred Welker: Meine Vorfahren waren Kunstmaler in der vierten Generation. Sie bemalten Kirchen und Paläste – vom Stuck bis hin zu Fresken. Leider verlor ich bereits mit 15 Jahren durch einen tragischen Unfall bei einem gemeinsamen Spaziergang 1969 sehr früh meine Eltern und meine damals siebenjährige Schwester. Meine sieben jüngeren Geschwister kamen daraufhin alle zu Pflegeeltern. Mich nahm eine befreundete Familie auf, da ich mit 16 meinen beruflichen Lebensweg mit dem Verkauf von Brennstoffen begann. Ich bin dann allerdings recht zügig in den Medizinbereich gewechselt und ging für zweieinhalb Jahre für den Deutschen Entwicklungsdienst DED nach Kamerun. Nach meiner Rückkehr Anfang der 1980er Jahre startete ich mit einer eigenen Firma im Bereich Facility Management, damals nannten wir das noch mobile Hausmeister-Services. Durch meine größer werdende Firma und immer größere und wichtigere Kunden bin ich selbst mehr und mehr in die „bessere“ Gesellschaft hineingewachsen. 37 Jahre habe ich dieses Unternehmen geführt, nebenbei fasste ich Fuß im Medienvertrieb – vom Odenwald bis zum Vogelsberg – und legte als Hobby sämtliche Fahrprüfungen vom Bus über den Traktor bis hin zum Schwertransporter ab. Eine Zeitlang fuhr ich auch als Reisebusfahrer kreuz und quer durch Europa und lernte dabei viele Städte und Menschen kennen.

Wie kam es zu den guten Kontakten ins Ausland, vor allem nach China?

Manfred Welker: Durch meine damalige chinesische Ehefrau kam ich bereits in den 1990ern mit China in Verbindung. Aufgrund der persönlichen Verbundenheit in wirtschaftlichen und privaten Bereichen fing ich an, hochkarätige chinesische Gäste zu beraten. Daraufhin folgten erste Einladungen und Reisen nach China. Später führte ich Wirtschaftsdelegationen von Deutschland nach China, Indonesien, Malaysia, Singapur, aber auch nach Russland, Iran, Indien oder Japan. Zur gleichen Zeit empfing ich Delegationen und organisierte Veranstaltungen für sie in Deutschland.

Zwischenzeitlich waren sie auch Vize-Präsident des Deutsch-Chinesischen Automobilclub im AvD e.V., wie kam es dazu?

Manfred Welker: Mit der Wiederbelebung des ältesten chinesischen Automobil-Clubs, des Automobil-Clubs Tsingtau, dem ehemaligen chinesischen Ortsclub des KAC Kaiserlicher Automobil-Clubs(heute AvD), bauten wir beim wichtigen Thema Mobilität eine Brücke zwischen Deutschland und China. Inzwischen stehen vor allem drei Themen im Fokus des Vereins: automobile Tradition, Rettungswesen und  nachhaltige Mobilität.

Vor 8 Jahren sind sie knapp dem Tod entkommen. sieht man danach das leben mit anderen Augen?

Manfred Welker: In der Tat hatte ich riesiges Glück im Unglück. Wie meine Familienangehörigen vor 50 Jahren erfasste auch mich als Fußgänger ein betrunkener Autofahrer. Trotz kurzfristiger Lähmung und komplettem Gedächtnisschwund erholte ich mich nach zahlreichen Operationen fast wieder vollständig. Natürlich habe ich auch heute oft noch Schmerzen, aber die Freude darüber, ein zweites Leben geschenkt bekommen zu haben, lässt mich vieles ertragen. Vielleicht stammt von diesen vielen Schicksalsschlägen auch meine unbändige Energie, immer weiter nach vorne zu schauen und täglich vor allem die kleinen Freuden zu genießen.

Bis vor kurzem sassen sie noch im Ortsbeirat der Stadt Frankfurt, jetzt geht es in den Ruhestand. Wie fühlen sie sich als Rentner und was dürfen wir in der Zukunft von ihnen erwarten?

Manfred Welker: Wie bei den meisten Ruheständlern ist die Zeit seitdem nicht mehr, sondern eher weniger geworden. Noch immer berate ich viele Organisationen und Verbände und bin fast täglich auf Veranstaltungen eingeladen. Daneben berate ich diverse Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen zu den Themen Business Development und Expansion ins Ausland, beispielsweise einen deutsch-polnischen Fensterproduzenten, aber auch Unternehmen aus den Bereichen Facility Management oder Sicherheit.

Die übrige Zeit verwende ich für soziale Projekte, vor allem zugunsten von Kindern und behinderten Menschen weltweit. So unterstütze ich beispielsweise seit 2016 den Bau eines Krankenhauses in Nepal und eine Behinderteneinrichtung in Südindien. Gerade das letztgenannte Projekt liegt mir sehr am Herzen. Mit der Installation von 25 Ventilatoren konnten wir den Heimbewohnern ein wenig Erleichterung bei der unglaublichen Hitze verschaffen. Nun wollen wir mit den nächsten Spenden die sanitären Einrichtungen verbessern – derzeit gibt es noch nicht einmal Wasserhähne, sondern nur Wasserschläuche, mit denen die Menschen abgespritzt werden. Es ist gerne jeder Leser eingeladen, unsere Arbeit zu unterstützen.

Dr. h.c. Manfred Florian Welker ist internationaler Wirtschafts- und Friedensbotschafter (Beispielsweise im Auftrag der Freihandelszone Schanghai, Shanghai Greenland, Nanning-Guangxi, Linji-Shandong, Qingdao …). Er berät seit fast 20 Jahren Regierungen, Organisationen und Unternehmen. Durch seine Arbeit kam er in 63 Länder der Welt. Daneben ist er ehemaliger Vize-Präsident des ältesten Automobilclubs Chinas dem „Deutsch-chinesischen Automobilclub“ im AvD und war Ortsbeirat der Stadt Frankfurt.

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