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#NeverAgain

#NeverAgain

„Wenn es ein Buch gibt, welches du gerne lesen möchtest und das noch nicht geschrieben ist, musst du es selbst schreiben“. Dieses Toni-Morrison-Zitat ist offensichtlich eines der Leitprinzipien von Emma Gonzales und ihren Mitschülern, die das schreckliche Attentat mit 17 Toten in der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland/Florida überlebt haben.

Allesamt schreiben sie aktuell an ihrer ganz persönlichen Geschichte. Sie akzeptieren es nicht mehr, dass sie in einer Gesellschaft leben, in der es fast schon normal ist, dass im Wochentakt Menschen durch Schusswaffengewalt ums Leben kommen. Dabei nehmen sie es mit den mächtigsten Gegnern auf, die man sich nur aussuchen kann: Das tief gespaltene politische System in den USA mit seinen Partikularinteressen sowie die mächtige Waffenlobby NRA.

Emma Gonzales und ihre Freunde haben bereits Historisches erreicht. Mehr als 800.000 (!) Menschen haben sich ihnen angeschlossen, um am 24. März in Washington für eine Veränderung der Waffengesetze in den USA zu werben. Der „March for our Lives“ fand nicht nur in Washington statt, sondern in unzähligen Städten weltweit. Es geht in der Hauptsache darum, den Verkauf von Kriegswaffen zu verbieten und den Erwerb von Schusswaffen stärker zu regulieren. Es ist eine nationale und internationale Bewegung entstanden, die durch sehr couragierte Jugendliche gestartet wurde. Dieses Engagement verdient den größten Respekt.

Unter dem Deckmantel der amerikanischen Konstitution, die das Tragen von Waffen erlaubt, kämpft die NRA gegen die „March-for-our-Lives“-Bewegung und dafür, dass auch weiterhin Waffen so frei wie möglich verkauft werden können. Jede Gesetzgebung, die den Verkauf von Waffen erschwert, wird sofort mit Verfassungsklagen entgegengetreten. Die NRA ist so mächtig, dass sich nicht einmal Präsident Barack Obama mit einem Verbot zum Verkauf von Kriegswaffen an Zivilisten durchsetzen konnte. Der Gesetzesvorschlag wurde vom Kongress geblockt.

Ein möglicher Grund für die Blockade von Präsident Obamas Gesetzesvorschlag waren die Wahlkampfspenden der NRA an Politiker. Mit solchen Spenden nimmt die NRA indirekt Einfluss auf die Gesetzgebung und stellt sicher, dass ihre Mitgliedsfirmen auch weiterhin frei ihre Waffen an Zivilisten verkaufen können. Ein gutes Geschäft für die Waffenhersteller und die zumeist republikanischen Politiker, deren Wahlkämpfe durch die NRA mitfinanziert werden.

Emma Gonzales und ihre Freunde bringen dieses Gleichgewicht nun empfindlich in Gefahr, so dass sie persönlich angegriffen werden. Laura Ingraham, Fan des republikanischen Präsidenten Donald Trump und TV-Moderatorin beim erzkonservativen Sender Fox News, verbreitete über Twitter die Nachricht, dass David Hogg wegen zu schlechter schulischer Leistungen an vielen Universitäten nicht angenommen wurde. Der Schuss von Laura Ingraham ging nach hinten los. David Hoggs Antwort war einfach und effektiv. Er hat über Twitter zu einem Sponsorenboykott zu Laura Ingrahams Show aufgefordert. Binnen weniger Stunden haben Firmen wie beispielsweise Nestlé, Tripadvisor und Expedia verkündet, dem Boykottaufruf zu folgen.

Leider haben sich Investoren – privat wie institutionell – bisher zu stark zurückgehalten. Es ist höchste Zeit, diese wundervolle Bewegung zu unterstützen und sich ausnahmslos von jeglichen Investments in Waffenfirmen zu trennen.

Was können Sie tun, um diese Bewegung zu unterstützen? Ganz einfach. Erkundigen Sie sich bei IhrenFondsanbietern, Versicherungen und Pensionsfonds, ob in den von Ihnen gehaltenen Fonds Waffen- produzenten enthalten sind. Wenn Sie Probleme haben, diese Information von Ihren Anbietern zu erhalten, melden Sie sich gerne bei einem der über 500 Ecoanlageberater (www.ecoanlageberater.de), die sich in Deutschland für diese und andere Fragestellung nachhaltiger Geldanlage spezialisiert haben. In Frankfurt freut sich Ecoanlageberater Philipp Achenbach (Finanzoptimist@taures.de) auf Ihre Fragen. Lassen Sie uns Emma Gonzales und ihre Mitstreiter unterstützen, ein weiteres Kapitel in ihrem Buch zu schreiben.

#NeverAgain!

Andreas Feiner ist ein Gründungspartner von Arabesque Asset Management und verantwortlich für das ESG Research. Arabesque mit Sitz in London und Frankfurt ist der weltweit erste Vermögensverwalter, der sich ausschließlich auf die Kombination von ESG-Informationen mit regelbasierten und quantitativen Investmentprozessen spezialisiert hat.

www.arabesque.com/de