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WOHIN BEWEGT SICH DER PUCK?

WOHIN BEWEGT SICH DER PUCK?

Ein Zitat von Wayne Gretzky, dem wahrscheinlich besten Eishockeyspieler aller Zeiten, bringt das Entscheidende auf den Punkt: „Gehe nicht dorthin wo der Puck ist, sondern dahin wo der Puck sein wird“. Um persönlich langfristig erfolgreich zu sein, muss die Auseinandersetzung mit Trends ein Kernbestandteil der eigenen Strategie sein. Denn nur wer die Richtung des Pucks antizipiert, kann sich auf den Weg machen, um später auf der richtigen Seite des Spielfelds zu stehen.

In 2018 wird sich der strukturelle Trend der Digitalisierung und Automatisierung (Industrie 4.0) weiter verstärken. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft, auf die sozialen Verhältnisse und die Arbeitsbedingungen der Menschen sowie die Lebensumstände im Allgemeinen werden wahrscheinlich um ein Vielfaches stärker sein als die der vorherigen industriellen Revolutionen.

Yuval Harari, ein israelischer Zukunftsforscher, behandelt in seinem weltweiten Bestseller Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen unter anderem dieses Thema. Er kommt dabei zum Schluss, dass durch die Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsplätzen eine große Anzahl an Menschen den Anschluss an das Arbeitsleben verlieren könnten. Die Wahl von Donald Trump in das Amt des US-Präsidenten, der Rechtsruck im europäischen Politikspektrum sowie die Abstimmung über den Brexit werden vielfach als Reaktionen auf diese Entwicklung interpretiert.

Laut der Studie Jobs lost, jobs gained: Workforce transitions in a time of automation des McKinsey Global Institute müssen sich bis 2030 weltweit bis zu 800 Millionen Angestellte und Arbeiter eine neue Beschäftigung suchen. Für deutsche Arbeitsplätze schätzen die Forscher von McKinsey, dass innerhalb der kommenden zwölf Jahre zirka 25 Prozent aller Arbeiten durch Computer oder Roboter ersetzt werden könnten.

Die Forscher von McKinsey sehen auch Bereiche, in denen Menschen schwerer zu ersetzen sind. Hier geht es um Arbeitsplätze, die beispielsweise durch menschliche Interaktionen geprägt sind oder sich durch einen hohen Grad an Spezialisierung auszeichnen. Ein weiterer Bereich, in dem weltweit großes Wachstum an Arbeitsplätzen erwartet wird, sind die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Das World Resource Institute (WRI) schätzt, dass das Erreichen der Sustainable Development Goals in den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft, Energie, Städte und Gesundheit bis in das Jahr 2030 bis zu 380 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen könnte.

Eine Veränderung des Arbeitsmarktes in dem beschriebenen Ausmaß und in solch kurzer Zeit wird zwangsläufig viele Gewinner und Verlierer in der globalen Bevölkerung hervorbringen. Um nicht bei den Verlierern zu sein, ist es notwendig, den eigenen Arbeitsplatz auf seine Zukunft in einer digitalisierten Welt zu prüfen. Laut der Studie von McKinsey hat sich diesbezüglich die Richtung des Pucks für ein Viertel der deutschen Arbeitnehmer geändert. Um auch künftig in der richtigen Hälfte des Spielfelds zu stehen, ist daher für viele Arbeitnehmer in Deutschland ein Richtungswechsel notwendig.

Andreas Feiner ist ein Gründungspartner von Arabesque Asset Management und verantwortlich für das ESG Research.
Arabesque mit Sitz in London und Frankfurt ist der weltweit erste Vermögensverwalter, der sich ausschließlich auf die Kombination von ESG-Informationen mit regelbasierten und quantitativen Investmentprozessen spezialisiert hat.

www.arabesque.com/de