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PORSCHE TAYCAN Tribut an die Zukunft

Fotos: Porsche
Kein Verbrennungsmotor, kein Abgassystem, kein Getriebetunnel. Mit dem Taycan steht ab Ende kommenden Jahres der erste Elektro-Porsche bei den Händlern.

Der Vorstoß ins Elektrozeitalter nahm auf der Internationalen Automobil Ausstellung 2015 Formen an, als Porsche die Studie Mission E erstmals präsentierte. Im Juni dieses Jahres lüftete Porsche-Chef dann Oliver Blume das Geheimnis um den Namen. Taycan soll er heißen. Der Name hat einen orientalischen Hintergrund: „Tay“ steht für Fohlen und „Can“ für Leben bzw. Seele. Ein „lebhaftes, junges Pferd“ also – ein Bezug auf das Porsche-Wappen, das seit 1952 ein springendes Ross ziert. 

Ende kommenden Jahres soll der Taycan bei den Händlern stehen, unter 100.000 Euro dürfte der Elektrobolide kaum zu bekommen sein. Der Taycan ist nur ein Teil einer Milliardenoffensive in Sachen E-Mobilität. Die feine VW-Tochter investiert bis 2022 mehr als sechs Milliarden Euro in diesen Bereich. Allein die Kosten für das neue Werk in Zuffenhausen belaufen sich auf mindestens eine Milliarde Euro. Porsche möchte dort rund 30.000 Taycan CO2-neutral produzieren.

Versteckspiel auf dem Nürburgring
Getestet wurde der Viersitzer unterhalb des Panamera bereits im skandinavischen Winter. Zuvor war der Stromer auf der Nordschleife des Nürburgrings unterwegs – in geheimer E-Mission unter der abgewandelten Karosserie eines Panamera. Fingierte Auspuff-Endrohre sorgten zudem für maximale Irreführung. Unter dem Blechkleid war Schluss mit der Benziner-Ähnlichkeit: Hier taten Antriebsstrang, Fahrwerk und weitere technische Komponenten des Elektro-Porsche ihren Dienst.

Mit diesem Konzeptfahrzeug wolle man die Grenzen ausloten, gibt man sich in Zuffenhausen selbstbewusst und verweist auf die harmonische Verbindung Porsche-typischer Formen mit einer vom Motorsport inspirierten Aerodynamik. Das Ergebnis: eine aufregende stromlinienförmige Karosserie, deren Ziel höchste Performance ist.

Das Design des Taycan mit seiner kohlefaserverstärkten Kunststoffkarosserie liegt irgendwo zwischen dem 911er und dem Panamera. Integrierte Luftführungen verbessern die Umströmung der Räder, während Auslässe in den Flanken den Überdruck in den Radhäusern und somit den Auftrieb verringern. Die Front des nur 1,30 Meter hohen Taycan zeigt durch den sehr flachen Haubenschnitt die Verwandtschaft zum Porsche 918 Spyder. Die Matrix-LED-Scheinwerfer im Vier-Punkt- Lichtdesign weisen den Weg in die Zukunft.

Elektrisch oder nicht – Porsche bleibt Porsche
Auch der erste E-Sportler der Zuffenhausener dürfte seine markentypische Dynamik kaum vermissen lassen. „Wir können kein E-Auto unter der Marke Porsche bauen, das nicht die Erwartungen der Kunden an ein Porsche-Modell erfüllt,“ brachte es Firmenchef Blume im Gespräch mit dem britischen Magazin „Top Gear“ auf den Punkt.

Mindestens 600 PS summen fast lautlos unter der Haube. Die Marke von 100 Stundenkilometern soll in deutlich weniger als 3,5 Sekunden erreicht werden. Spätestens nach zwölf Sekunden sind 200 km/h erreicht. Mit vollem Akku soll eine Reichweite von 500 Kilometern möglich sein. Dank „Porsche Turbo-Charging“ sollen bereits nach weniger als einer Viertelstunde 80 Prozent des maximalen Ladezustands erreicht werden. Das dürfte allerdings nur mit leistungsstarken 800-Volt/150-kW-Ladesäulen möglich sein, die es aktuell noch nicht gibt.

Viel Neues „unter der Haube“ also. Doch einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal bleibt die schwäbische Sportwagenmanufaktur auch zukünftig treu: Porsche-Fans dürfen beruhigt sein und ihren Boliden weiterhin über den Startknopf links neben dem Lenkrad zum Leben erwecken.

Als Synonym für ein frühes Ende der Ära der Verbrennungsmotoren bei Porsche taugt der Taycan noch lange nicht. Die Zuffenhausener wollen künftig zweigleisig fahren und parallel beide Antriebe anbieten.

Unser Fazit: Der Taycan hat auf jeden Fall das Zeug, den Zuffenhausenern einen spektakulären Einstieg à la Porsche in die E-Mobilität zu ermöglichen.

Exterieur

Unverkennbar Porsche: Von vorne wie auch von hinten, allerdings auf Zukunft getrimmt. Die Front zeigt Verwandtschaft zum 918 Spyder. Dazu moderne Matrix-LED-Scheinwerfer. Das Heckdesign ist geprägt durch das typische durchgehende Leuchtenband. Die hinteren Kotflügel sind stark ausgeprägt.

Motor & Getriebe

Eine Leistung von 600 PS, dürfte selbst abgebrühte Sportwagenfahrer zum Staunen bringen. Der Elektromotor von Porsche soll vor allem die amerikanische Konkurrenz technisch überlegen sein. Mehrere Beschleunigungsvorgänge hintereinander sind ohne Leistungsverlust möglich.

sonstige technische Daten

Länge x Breite x Höhe (m): 4,850 x 1,990 x 1,300

Motor: Elektro-Hochleistungsmotor

Leistung: > 600 PS, 440 kW

Höchstgeschwindigkeit: > 250 km/h

Beschleunigung 0 auf 100 km/h: < 3,5 Sekunden

Reichweite: > 500km

Ladezeit: 80% in < 15min.

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,9 – 9,2 l/100 km, Tankinhalt 65 l

 

Preis: > 100.000 Euro

TOP

  • Fahrverhalten
  • Vier großzügige Einzelsitze
  • leise, dezent, verbindlich

Flop

  • Hoher Preis
  • Reichweite von nur 500km