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Sonnen im Paradies Great Barrier Reef

Erholung pur. Den Pool der privaten Hotelinsel Hayman Island muss man selten teilen.
Ganz in der Nähe liegen die spektakulärsten Abschnitte des Great Barrier Reefs.
Fotos: Inna Hemme, Innasky.com

Beim 2300 Kilometer langen Great Barrier Reef im australischen Queensland verliert man schnell den Überblick. Unsere Autorin kennt die besten Tipps für das größte Aquarium der Welt – von klassisch bis außergewöhnlich.

Der größte lebende Organismus der Welt – das hört sich mehr nach Science-Fiction an als nach einem Ort, zu dem man einen Koffer voller Badesachen mitnimmt. Zu Unrecht, denn der größte lebende Organismus der Welt ist das 500 000 Jahre alte Great Barrier Reef im australischen Bundesstaat Queensland. Mit seinen 600 Inseln und 2900 einzelnen Riffen verteilt auf 350 000 Quadratkilometern Gesamtfläche ist der blaue Riese sogar vom Mond aus zu sehen. Und wie bei allen großen Sachen stellt sich auch hier die Frage: Welcher Abschnitt ist nun am spektakulärsten?

Der weißeste Strand der Welt
Fangen wir mit den Klassikern an: Hamilton Island ist die Insel, die Great-Barrier-Besucher am häufigsten ansteuern. Denn sie ist die größte bewohnte Insel von 74 Whitsunday Islands und ein idealer Ausgangspunkt für viele Touren. Zum Beispiel zum berühmten Whitehaven Beach. Es gibt schlicht kein Strand-Ranking der Welt ohne Whitehaven. Seine Schönheit ist sogar wissenschaftlich belegt: Der Sand-Quarzgehalt von nahezu 99 Prozent verleiht ihm seine unglaublich weiße Farbe, die sich wie ein Softeis durch das Blau des Wassers schlängelt. Und so gilt Whitehaven sogar als der weißeste Strand der Welt. Auch Stachelrochen fühlen sich wohl im seichten Wasser und gleiten majestätisch durch die fast durchsichtigen Fluten – oder verstecken sich im Puderzuckersand. Also immer schön unter die Füße schauen!

Am spektakulärsten wirkt der Whitehaven Beach von oben – aus dem Fenster eines Hubschraubers oder eines Wasserflugzeugs, mit dem man sogar direkt hier landen kann. Deutlich günstiger ist aber eine Bootsfahrt (ca. 30 Minuten, z.B. über Cruise Whitsundays). Auch auf diese Weise gibt’s eine tolle Aussicht von oben: Vom Strand aus führt ein 20-minütiger Fußweg zum Hill Inlet Viewing Point. Und das für null Euro.

Whitehaven Beach gilt als der weißeste Strand der Welt (oben), nur noch das Herz-Riff (mitte) kann ihm die Show stehlen. Unweit des Markenzeichens kann man auf einem schwimmenden Ponton eine Nacht verbringen (unten).

Frühstück mit Koalas
Das Nachtleben auf Hamilton Island hält sich in Grenzen – dafür ist man früh wach. Für ein Frühstück mit den Koalas zum Beispiel. Da diese Tiere unter starkem Naturschutz stehen, gibt es nur wenige Orte in Australien, wo es möglich ist, ihnen so nahezukommen. Bei Wild Life Hamilton Island nehmen Besucher umgeben von Koalas die erste Mahlzeit des Tages ein und dürfen die Wollknäuel sogar kurz auf den Arm nehmen. Sie fühlen sich etwas borstig und ölig an und scheinen jeden Moment einzudösen. Danach riechen die Hände nach Eukalyptus – eine Erinnerung, die man den ganzen Tag mit sich trägt, gepaart mit einer großen Portion Sympathie, denn Koalas gelten als die Säugetiere mit dem kleinsten Gehirn im Verhältnis zu ihrer Körpermasse und schlafen bis zu 20 Stunden am Tag.

Koala Willy wollte unsere Autorin gar nicht mehr loslassen (links). Das Riff von unten sieht man beim Tauchen oder Schnorcheln (oben rechts), von oben mit einem Wasserflugzeug (rechts).

Eine ganze Insel für sich
Von Hamilton Island aus sind zwei weitere unvergessliche Erlebnisse möglich: Schlafen auf einer Privatinsel in dem wohl bequemsten XXL-Bett Australiens oder in einem Schlafsack auf einem im Meer schwebenden Ponton. Etwa eine Stunde fährt das Boot nach Hayman Island: Die bekannteste Privatinseln in ganz Australien hat nur ein Resort. Der Name wechselt sich (es war mal One&Only, jetzt ist es Intercontinental Hayman Island), die Anlage bleibt aber gleich beeindruckend. Die unteren Suiten im Pool Wing haben alle eine Terrasse mit dem direkten Zugang zum größten Pool in der südlichen Hemisphäre (8,7 Millionen Liter Salzwasser). Hotelgäste können also aus dem Zimmer direkt ins Wasser springen. Oder quer durch die Insel spazieren: Die einzigen Begleiter auf den Wanderwegen sind Kakadus und Wallabys, sonst hat man dieses Fleckchen Erde fast für sich alleine.

Flug zum Herzriff
Die meisten kommen aber zu zweit. In der hauseigenen Kapelle kann man sogar heiraten und danach gleich zum wohl berühmtesten Stück des Great Barrier Reefs fliegen: dem Herz-Riff. Oder auch nicht heiraten und trotzdem zu dem Riff fliegen.

Das Great Barrier Reef sieht von oben aus wie ein riesiges Spinnennetz in allen erdenklichen Blautönen, ohne den Hinweis des erfahrenen Piloten würde fast jeder das winzige Herz übersehen. Einmal entdeckt, sieht es aber aus wie eine eingerahmte Postkarte.

Direkt am Riff übernachten? Auch das ist möglich! Mit der „Reefworld“, einer schwimmenden 50 mal 15 Meter großen Plattform an einem der schönsten Abschnitte des Great Barrier Reefs, wurde die erste und einzige Möglichkeit geschaffen, direkt auf dem Riff zu schlafen. 
Hier ist man dem größten Aquarium der Welt am nächsten. Und braucht dafür nur in den verglasten Keller zu gehen. Oder in seinen Schorchel- oder Tauchsachen die Treppe mitten in der Plattform hinunterzusteigen. Direkt zu den Papageienfischen, Hirnkorallen und Riffhaien. Das Great Barrier Reef bietet immerhin Lebensraum für mehr als 30 Wal- und Delfinarten, 1625 Fisch- und 560 Korallenarten und für sechs von sieben weltweit vorkommenden Meeresschildkröten – weltweit eine einmalige Diversität.

Das gibt’s nur in Queensland: Wie ein Softeis schlängelt sich der Sand am Whitehaven Beach durch das türkisblaue Meer. Unten gelandet, gibt es erst einmal Seafood-Tacos (mitte). Eine Insel, ein Hotel: Hayman Island hat den größten Pool in der Südlichen Hemisphäre (rechts).

Zelten direkt auf dem Riff
Betrieben wird die „Reefworld“ von der Firma Cruise Whitsundays und es gibt drei Wege, sie zu erreichen. Entweder per Katamaran, mit dem Helikopter oder bei schwachem Wind per Wasserflugzeug. Etwa um 15 Uhr, wenn Tagesausflügler den Ponton wieder verlassen, wird es ruhig auf der kleinen künstlichen Insel. Denn nur zwölf Personen dürfen hier über Nacht bleiben. Und auf dem oberen Deck unter freiem Himmel in Swags schlafen. Die traditionellen australischen Ein-Mann-Zelte haben ein Netz vor den Augen – ursprünglich, damit man Gefahren in Form von wilden Tieren wie Schlangen kommen sieht. Einzige Voraussetzung für den Reefsleep: Die Gäste dürfen keine Schlafwandler sein und das muss vorher unterschrieben werden.

Abends sind auf der Plattform nur noch die Wellen und der Generator zu hören, der Strom für die Küche und die Sanitäranlagen erzeugt. Das Wasser für die Duschen kommt aus dem Meer und wird entsalzt. Der Ponton hat dafür sogar ein Öko-Zertifikat bekommen. Wenn es ganz dunkel wird und der Koch den Grill anschmeißt, fühlt sich der Boden wie ein wackeliges Riesen-Surfbrett an. Auch im größten Aquarium der Welt geht mal das Licht aus.

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