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10 Prozent – Plus X

Foto: RichVintage / iStock
Mit dem boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) und dem darauf basierenden Zertifikat ist dem Börsenverlag-Team um Spielführer Thomas Müller 2014 ein Volltreffer gelungen. Vor allem dank der BCDI-Performance von durchschnittlich fast zehn Prozent pro Jahr ist das BCDI-Zertifikat seit 2016 das meistgehandelte Aktienindex-Zertifikat an der Börse Stuttgart. Wer denkt, dass sich die Rosenheimer Börsenprofis damit zufriedengeben, täuscht sich. Mit dem Zertifikat auf den neuen BCDI USA wollen sie den Erfolg wiederholen. Die Chancen, dass ihnen das gelingt, stehen nicht schlecht.

Ganz neu ist die Idee, die BCDI-Methodik auf US-Unternehmen anzuwenden, nicht. Immerhin vier der zehn Indexmitglieder des „normalen“ BCDI kamen ursprünglich aus den USA. Dann machte eine Änderung der US-Quellensteuer eine kurzfristige Änderung der Zusammenstellung erforderlich. Das Zertifikat wäre sonst womöglich nicht mehr uneingeschränkt handelbar gewesen – und das wollte Müller den Anlegern, die bereits über 100 Mio. Euro in das Zertifikat investiert hatten, nicht zumuten. Seit Ende 2016 besteht der BCDI daher ausschließlich aus europäischen Unternehmen.

Der bessere Dax
Dem Erfolg des BCDI hat das übrigens keinen Abbruch getan: Ende September 2019 stand der BCDI, der im Juli 2014 mit 100 Punkten gestartet war, bei 164,3 Punkten – ein Plus von 64 Prozent. Der DAX kommt mit gerade einmal 26 Prozent im gleichen Zeitraum auf nicht einmal die Hälfte dieser Wertentwicklung. Aufs Jahr umgerechnet sind das +9,9 Prozent für den BCDI und +4,6 Prozent für den DAX. „Der BCDI“, bringt es Indexmacher Thomas Müller auf den Punkt, „ist der bessere DAX.“

Weil Anleger vor allem an der Performance interessiert sind, könnte die Geschichte damit fast zu Ende sein, wenn, ja wenn Thomas Müller nicht so ein ausgesprochener Überzeugungstäter wäre. Inzwischen ist die Handelbarkeit von Zertifikaten auf US-Aktien nämlich wieder gegeben, höchste Zeit also für Müller und sein Team, die USA wieder ins BCDI-Blickfeld zu nehmen: Seit 4. November ist das neue, vom Schweizer Finanzinstitut Vontobel unter der WKN VE3BAC begebene BCDI-USA-Zertifikat, handelbar.

Die Top 10 aus den USA
Wie sein europäischer Bruder besteht auch der BCDI USA aus zehn Unternehmen. In diesem Fall sind es Amazon, Berkshire Hathaway, Church & Dwight, Colgate-Palmolive, Disney, McDonald’s, Microsoft, PepsiCo und Starbucks. Prominenter, so viel ist sicher, könnte der BCDI USA jedenfalls kaum besetzt sein. Neben Portfolio-Must-Haves wie Amazon, Berkshire Hathaway oder Microsoft finden sich auch Werte darunter, die wohl nicht jeder Anleger immer auf dem Radar hat – beispielsweise Church & Dwight. Die Körperpflegeprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel des Herstellers von Haushaltsgütern finden sich praktisch in jedem US-Haushalt, hierzulande ist er dagegen kaum bekannt. Zu Unrecht, denn seit 1994 legte der Church-&-Dwight-Aktienkurs inklusive Dividende um 18 Prozent pro Jahr zu. Ähnliches lässt sich auch über die anderen Indexmitglieder sagen. Weil für den neu aufgelegten Index logischerweise keine Performancedaten vorliegen, haben Müller und sein Team den BCDI USA in seiner aktuellen Zusammensetzung bis zum Jahr 2000 zurückberechnet und mit der Wertentwicklung von Dow Jones und S&P 500 verglichen. Das Resultat kann überzeugen: Mit einem durchschnittlichen Plus von fast 15 Prozent p.a. seit der Jahrtausendwende hätte der BCDI USA sowohl die Blue Chips im Dow Jones (+4,3 Prozent p.a.) als auch den breit gefassten S&P 500 abgehängt, der um 3,6 Prozent p.a. zulegte.

Das Geheimnis des Erfolgs
Woher kommt diese Performance? Für Thomas Müller sind es drei Faktoren, die den Ausschlag geben. Zum einen ist es die systematische Aktienauswahl. Aus einem Universum von Zehntausenden beobachteten Aktien filtern die Rosenheimer anhand der von ihnen entwickelten Performance-Analyse die 100 besten Werte heraus. Zum anderen ist es die defensive Ausrichtung des Index, denn aus den 100 Champions schaffen es nur besonders aussichtsreiche Werte in den Index. Das sind solche, die dank robuster Geschäftsmodelle auch dann florieren, wenn der Konjunkturmotor stottert und die deshalb besonders widerstandsfähig bei Kurskorrekturen sind. Entsprechend beweist das Konzept in schwächeren Marktphasen seine Stärke: Während Indizes und Einzelwerte nach unten rauschten, konnte sich der BCDI USA in der historischen Rückrechnung deutlich besser behaupten. Und zum dritten ist es die Zusammenstellung des Index selbst, die nach Meinung von Thomas Müller für die überzeugende Wertentwicklung verantwortlich ist. Denn während sich Standardindizes an der Marktkapitalisierungorientieren, bleibt diese Messgröße im BCDI-Konzept unberücksichtigt – weil sie laut Müller für die Anlagequalität keine Rolle spielt. Weil alle Aktien im BCDI USA das gleiche Gewicht haben, wird verhindert, dass dieser von wenigen Unternehmen dominiert wird. Nach seiner Erwartung für den BCDI USA befragt, gibt sich der Börsenverlag-Chef optimistisch: „Langfristig soll der BCDI USA 10 Prozent plus x im Jahr erreichen.“

Unser Urteil: Der BCDI USA setzt ein bewährtes Konzept überzeugend um. Realisiert sich die historische Outperformance, könnte der neue Index zum besseren Dow Jones werden.

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