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2019 Edel- und Elektrometalle sind zurück im Anlegerfokus – hier lohnt es sich, jetzt zu investieren!

Foto: GM Stock Films / iStock
Die Schuldensumme von Staaten, Unternehmen und Haushalten wächst weltweit pro Quartal mehr als der gesamte physische Goldmarkt wert ist: Um rund 8 Billionen US-Dollar! Gleichzeitig setzen die Zinsen ihren Aufwärtstrend fort, während die Bilanzen der Zentralbanken weiter anwachsen – eine brisante Mischung für das weltweite Finanzsystem. Anleger sollten in diesem Umfeld Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium in ihrer langfristigen Vermögensstrategie berücksichtigen. Der aktuell anlaufende Elektro-(Mobilitäts-)Boom bietet hingegen vor allem kurz- bis mittelfristige Möglichkeiten zur Vermögenssicherung und -erweiterung.
Massive Kaufkraftverluste bei allen Währungen seit Bretton-Woods-Kollaps

Gold hat sich seit 5000 Jahren als Wertaufbewahrungsmittel bewährt, und seit gut 2500 Jahren werden Gold und Silber in Form von Münzen als Zahlungsmittel verwendet. Der Kollaps des Bretton-Woods-Systems 1971 leitete eines der größten volkswirtschaftlichen Experimente der Weltgeschichte ein: Währungen, die nicht länger an eine Leitwährung oder materielle Werte wie Gold oder Silber gebunden waren – das System flexibler Wechselkurse war geboren und das Prinzip „Schuldenmachen ohne Konsequenzen“ wurde hoffähig. Seit 1970 waren Gold und andere Edelmetalle weitaus besser in der Lage, Kaufkraft zu konservieren als der US-Dollar und die D-Mark bzw. der Euro. Rückblickend auf die letzten Jahre heißt das im Umkehrschluss: alle Währungen büßten massiv an Kaufkraft ein. Der US-Dollar zum Beispiel verfügt heute nur noch über einen Bruchteil seiner Kaufkraft des Jahres 1971 – wir sprechen von einem Wertverlust von 80 %! Präziser: 100 US-Dollar in 1971 hatten umgerechnet in etwa die gleiche Kaufkraft wie 620 US-Dollar heute. D-Mark und Euro verloren übrigens im gleichen Zeitraum etwas mehr als 60 % ihres Wertes.

Edelmetalle dienen in erster Linie dem Werterhalt – das haben auch die Zentralbanken erkannt

In diesem Kontext wird von Anlageberatern oft auf Edelmetalle in der strategischen Vermögensaufteilung verwiesen, um Risiken abzusichern. Das haben auch weltweit die Zentralbanken erkannt, die mittlerweile wieder vermehrt Gold als sinnvolle Anlageform ansehen und entsprechende Mengen an Gold hinzukaufen. So haben 2018 insgesamt 23 Zentralbanken ihre Goldreserven aufgestockt, allen voran Russland (das mittlerweile China offiziell überholt hat). Aber auch die Türkei, Indien, Polen, Ägypten, Brasilien und Kasachstan haben 2018 kräftig Gold gekauft. So vermehrten die Zentralbanken ihre Goldvorräte in 2018 um 651,5 Tonnen. Das waren 74 % mehr als noch in 2017. Damit wurde eine große Menge des Angebots allein von den Zentralbanken vom Markt genommen, die damit einmal mehr auf der Nachfrager- und nicht auf der Angebotsseite auftraten.

Aktien von Goldunternehmen dienen in erster Linie der Vermögensmehrung

Physisches Gold gehört als Basis in jede langfristig ausgelegte Vermögensstrategie. Steigende Zinsen und ein starker US-Dollar sind kurzfristig Belastungsfaktoren einer positiven Entwicklung – wie 2018 eindrucksvoll gezeigt hat. International steigen die Schulden jedoch stärker als die Wirtschaftskraft, so dass der Anstieg der Zinsen begrenzt scheint. Als negative Konsequenz drohen ansonsten eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums sowie Konsum- und Investitionszurückhaltung – negative Faktoren für den Aktienmarkt, aber positiv für die Entwicklung des Goldpreises. Sinkende Realzinsen, d. h. die Inflation steigt stärker als die Zinsen, sind ebenfalls ein positives Vorzeichen für den Goldpreis. Steigende Schulden und ein Anstieg des Schuldendienstes begrenzen ebenfalls die Stärke des US-Dollar. In der Summe helfen Edelmetalle ein Gegengewicht gegen Inflation und finanzielle Krisen aufzubauen. Alles in allem gute Nachrichten für Minengesellschaften: steigen die Preise verdient das Unternehmen mehr, und der Wert des Unternehmens erhöht sich! Selbst in einem ansonsten schwachen Aktienumfeld dürften sich Gold- und Silberminen erfreulich entwickeln. Noch dazu, wenn sie bereits über ansehnliche Ressourcen verfügen, wie etwa Maple Gold Mines, die aktuell über 3 Millionen Unzen Gold ihr Eigen nennen, Treasury Metals mit über 1,4 Millionen Unzen Gold oder GoldMining, die es sogar auf weit über 20 Millionen Unzen Gold bringen. Beachtenswert sind ebenso Gold-Unternehmen, die in etablierten Goldbezirken beheimatet sind wie etwa US Gold Corp. in Nevada, TerraX Minerals im historischen Yellowknife Distrikt in den Northwest Territories oder Aurania Resources in Ekuador, wo noch hinzukommt, dass der CEO dort schon einmal eine Multi-Millionen-Unzen-Entdeckung gemacht hat. Einen zusätzlichen Anreiz bieten Goldunternehmen, die noch dazu eine Dividende ausschütten, wie etwa Caledonia Mining oder Osisko Gold Royalties.

Palladium durchläuft eine unglaubliche Rallye

Der Star im Edelmetallbereich war in den vergangenen Monaten zugegebenermaßen Palladium, welches als Katalysatormetall im Besonderen vom Dieselskandal profitierte. Eine Feinunze kostet derzeit über 1.500 US-Dollar – mehr als Gold oder Platin. Damit hat sich der Palladiumpreis seit Mitte 2018 nahezu verdoppelt, seit Ende 2015 sogar verdreifacht. Auch hier konnten und können Anleger mit entsprechenden Aktien von Palladiumproduzenten profitieren. Durch eine aggressive Akquisitionspolitik schob sich zum Beispiel das südafrikanische Unternehmen Sibanye-Stillwater in die Top 10 der weltweiten Goldproduzenten und in die Top 3 der weltweiten Förderer von Platin und Palladium. In letzterer Kategorie sind Anglo American Platinum, Tochtergesellschaft der südafrikanischen Anglo American, sowie die russische Norilsk Nickel führend.

Kritische Batteriemetalle sind wieder im Kommen

2018 war für die meisten Investoren im Batteriemetall- Geschäft, insbesondere auf der Lithium-Seite, ein schwieriges Jahr. Alle wichtigen und nachrangigen Aktienkurse gaben im Laufe des Jahres nach, nachdem die Angst vor einem Überangebot und ein Einbruch der Spotpreise in China zu beobachten war. Es ist jetzt klar, dass ein Überangebot nicht stattfindet und die Menschen verstehen, dass der Rückgang der Spotpreise, eine Minderheit des gehandelten Volumens, nicht repräsentativ für den Markt ist. Zugegeben: Einige dieser Metalle sind nicht selten, aber die Gewinnung und Verarbeitung in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten stellt eine Herausforderung dar. Es gab eine offensichtliche Angebotsreaktion auf die steigende Nachfrage nach Batteriemetallen im Jahr 2018, langfristig wird es jedoch eine technische Herausforderung für die Branche sein, die Nachfrage decken zu können; die Wachstumsraten dürften mindestens über die nächsten 10 Jahre hinweg durchschnittlich 20 % pro Jahr betragen. Kobalt verzeichnet das langsamste Nachfragewachstum, da die Industrie auf Kathoden mit hohem Nickelgehalt umsteigt und daher in Zukunft aller Voraussicht nach weniger Kobalt und mehr Nickel benötigt werden wird. Innerhalb der Kathodenmetalle wird Nickel in den nächsten zehn Jahren erstaunliche Wachstumsraten verzeichnen, da erstens mehr Batterien produziert werden und in jeder Batterie mehr Nickel verwendet werden wird. Lithium ist trotz allem am kritischsten. Es ist das einzige Element, das man in einer Lithium-Ionen-Batterie nicht ersetzen kann, und es ist wahrscheinlich das schwierigste, was die Verarbeitung zu einem gleichbleibenden hohen Grad betrifft. Auch hier ist das Metall nicht selten oder knapp, aber die konsequente Verarbeitung zu einer hochwertigen Batteriequalität ist eine Herausforderung. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren viele Projekte und Erweiterungen abgesagt oder verschoben, insbesondere auf der Sole-Seite, wo die Bedingungen schwierig sind und die Ramp-up-Zeit deutlich länger ist. Im Jahr 2018 wurde trotz dieser Herausforderungen genügend Lithiumkapazität in Betrieb genommen, um die Nachfrage aus dem Markt zu decken, aber der Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Es wird anders sein, wenn der Markt fünfmal so groß ist.

Dennoch sollten Anleger auf eine sorgfältige Auswahl möglicher Investments achten. Bei Kobalt ist wichtig, dass entsprechende Unternehmen möglichst weit fortgeschrittene Projekte besitzen. Wie etwa die kanadische First Cobalt, die nicht nur zwei weit entwickelte Projekte in Kanada und den USA ihr Eigen nennt, sondern auch über die aktuell einzige Kobalt-Raffinerie Nordamerikas verfügt. Das ebenso kanadische Unternehmen Giga Metals verfügt über eines der größten, nicht produzierenden Nickelvorkommen weltweit, welches als Beiprodukt Kobalt beherbergt.

Vanadium ist der neue Star der Energiespeicherungn

Große Beachtung sollten Anleger auch der Entwicklung von großen, dezentralen Energiespeichern – abseits der Elektromobilität – schenken. Seit jüngerer Zeit ist ein wachsender Einsatz im Bereich Regenerative Energien, für die Abdeckung von Spitzenlasten und als Lastenausgleich, häufig in unmittelbarer Nähe zu Windparks oder Photovoltaikanlagen, zu verzeichnen. Mitte 2017 waren weltweit über 40 große Vanadium-Redox-Flow-Akkumulatoren im Betrieb. Die größte derartige Batterie steht in Japan und leistet bis zu 15 MW. Auch in Deutschland sind einige Vanadium-Redox-Flow-Systeme im Einsatz. Die größte Vanadiumflussbatterie Deutschlands, ein Flusszellensystem mit 660 m3 Tankinhalt und zunächst 1 MW Leistung und 10 MWh Energiespeicherkapazität, wurde 2017 in Betrieb genommen. Die größte Batterie der Welt soll ebenfalls eine Vanadium-Redoxflusszellenbatterie werden. Sie soll 200 MW leisten können und 800 MWh Energie speichern können. Für ein ähnlich großes Projekt, das in Deutschland realisiert werden soll, wurde bereits eine Exklusivitätsvereinbarung über die Lieferung von zwei 40 MWh netzgekoppelten Energiespeicherprojekten unterzeichnet. Die kanadische Delrey Metals besitzt gleich mehrere aussichtsreiche Vanadiumprojekte.

Gerne vergessen wird immer die Verkabelung von Energiekomponenten in Fahrzeugen oder anderen Speichermedien. Ohne Kupfer geht da gar nichts und gerade Kupfer wird in naher Zukunft ein gehöriges Angebotsdefizit erfahren, sofern weiterhin bestehende Minen geschlossen und gleichzeitig die Nachfrage aus dem Elektrosektor zunehmen wird. Panoro Minerals hat dies rechtzeitig erkannt und sich mehrere hochkarätige Kupferprojekte gesichert.

Uran: Hier wird’s jetzt so richtig spannend!

Ohne Energie fährt kein Elektroauto. Ein Umstand, der bei all der Euphorie um den aktuellen Schritt vom Verbrennungs- ins Elektrozeitalter gerne übersehen, ja geradezu ignoriert wird. Um es kurz zu machen: Wenn wir weiterhin 40 bis 50 % des benötigten Stroms aus der Kohle gewinnen, lügen wir uns in die eigene Tasche und der Umstieg auf die Elektromobilität ist so nutz- wie sinnlos. Woher kommt in Zukunft der saubere Strom? Eine kontinuierliche, zuverlässige Bereitstellung von elektrischer Energie liefern aktuell nur Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke, Ölkraftwerke sowie mit Ersatzbrennstoffen befeuerte Dampfkraftwerke. Auch Blockheizkraftwerke, Biomasse- und Biogaskraftwerke können unter bestimmten Voraussetzungen grundlastfähig sein, allerdings müssen dazu ebenfalls fossile oder nachwachsende Rohstoffe verfeuert werden. Die einzige Grundlast-fähige Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie ist die mittels Wasserkraftwerke, allerdings muss dafür häufig ein großer Eingriff in die Natur erfolgen. Nicht grundlastfähig sind aufgrund ihrer oftmals stark schwankenden Erzeugung und damit Einspeisung Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Große Mengen elektrischen Stroms lassen sich emissionsfrei nur mittels Kernenergie generieren. Viele Länder haben das erkannt und sind dabei, ihre Kernkraftflotte auszubauen.

Ab Mitte 2019 kann bei Uran mit einer Rallye gerechnet werden

Das dazu notwendige Uran erlebte nach Fukushima mehr als sechs desaströse Jahre, ehe 2017 eine Trendwende eingeleitet wurde und das gelbe Metall 2018 zu einem der absoluten Überflieger avancierte. Vom Tief bei 18 US $ je Pfund ging es bis auf 29 US $ am Spot-Preis-Markt. Zuletzt stockte der Aufwärtsschwung etwas, da die so genannte Petition 232 zweier US-amerikanischer Uran-Produzenten für Unsicherheiten im Markt sorgte. Im Kern geht es dabei lediglich darum, ob US-Energiekonzerne dazu verpflichtet werden, einen gewissen Prozentsatz des in ihren Reaktoren benötigten Urans aus US-Minen zu beziehen. Aktuell decken die USA lediglich 2 % ihres Bedarfs aus eignen Minen, während etwa 40 % aus Ländern wie Russland, Kasachstan und Usbekistan importiert werden. Bis Mitte Juli 2019 wird die Trump-Administration dazu eine Entscheidung fällen und die Unsicherheit vom Markt nehmen. Sollten die USA eine solche Regelung einführen, dann dürften davon vor allem US-Uran-Unternehmen wie Energy Fuels, Ur-Energy und Uranium Energy profitieren, da sie für eine wirtschaftlich sinnvolle Uran-Förderung einen Uranpreis von etwa 60 US $ je Pfund benötigen. Eine Preisrallye scheint also unvermeidlich, selbst für den Fall, dass Trump nicht tätig werden wird.

2019 – Sonderchancen im Rohstoffsektor nutzen!

Das Jahr 2019 bietet also weiterhin exzellente Chancen im Rohstoffsektor, die Anleger angesichts sich eintrübender Konjunkturaussichten auf der einen und besonderen Konstellationen auf der anderen Seite fernab der Standard-Indizes und entsprechender Werte nutzen sollten. Nur wer jetzt clever agiert, wird in diesen schwierigen Zeiten gewinnen können und sein Vermögen erhalten.