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China 2018

Foto: Eugeneonline / iStock
China entwickelt sich in atemberaubender Geschwindigkeit weiter und ist sich seiner globalen Macht mehr und mehr bewusst. Das einmalige Wirtschaftswachstum über Jahrzehnte hinweg bescherte hunderten von Millionen Menschen den sozialen Aufstieg. Staatschef Xi Jinping will den nächsten Schritt gehen und bereitet seine Landsleute nun darauf vor, weltweit eine bedeutende Führungsrolle zu übernehmen.

Der 19. Parteitag der kommunistischen Partei Chinas (KPC) im vergangenen Oktober stellte die Weichen für die kommenden fünf Jahre und bestätigte die beiden führenden Männer des Landes, Staatspräsident und Parteiführer Xi Jinping und Premierminister Li Keqiang in ihren Ämtern. Die restlichen fünf Mitglieder des mächtigsten Gremiums Chinas, dem Zentralkomitees des Politbüros der Kommunistischen Partei, wurden mit Weggefährten und engen Vertrauten des Präsidenten besetzt. Dieser ist nun mächtiger als jeder seiner Vorgänger zuvor.

Umwelt und Armut im Fokus

Für die kommenden Jahre stehen vor allem Risikovermeidung, Armutsbekämpfung und Umweltschutz im Vordergrund. So besagt ein aktuelles Dokument, das nach der letzten Sitzung des Zentralkomitees Ende 2017 veröffentlicht wurde, dass zur gezielten Armutslinderung das Land eine bestimmte, im voraus festgelegte Unterstützung für besonders verarmte Gruppen bereitstellen will. Vor allem in den ärmsten Gebieten des Landes sollen die Bemühungen zur Armutsvermeidung noch deutlich verstärkt werden. So sollen besondere Anstrengungen unternommen werden, dieser immer noch großen Gruppe der Bevölkerung zu helfen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, selbst einen Weg aus dem Armutsdilemma zu finden, zu stärken. Unter anderem soll sichergestellt werden, dass sie kostenlosen Zugang zu staatlichen Bildungseinrichtungen haben.

Beim Thema Umweltschutz will das Land vor allem die enormen Schadstoffemissionen im Auge behalten und ihren Ausstoß weiter reduzieren. Damit soll die Umweltqualität landesweit langfristig verbessert werden. China, so das Dokument, werde daran festhalten, „Fortschritt anzustreben und gleichzeitig die Stabilität zu erhalten. Hochqualitative Entwicklung anzustreben, ist die grundlegende Voraussetzung zur Festlegung der Entwicklungsrichtung, der Gestaltung der Wirtschaftspolitik und der Durchführung makroökonomischer Regulierung. Dies gilt heute und in Zukunft.“

Dass die eingeschlagene Politik der Führungsriege aufzugehen scheint, unterstreichen die neuesten – und allesamt positiven – Konjunkturdaten. Beispielsweise kletterte das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager zum Jahreswechsel 2017/2018 auf 51,5 Punkte. Diese Daten untermauern die Einschätzung, dass sich das chinesische Wirtschaftswachstum auf einem guten Niveau zwischen 6,5 und 6,8 Prozent stabilisiert hat.

Als Depot-Beimischung unverzichtbar

Auch wenn der Konjunkturmotor manchmal stottert – kaum ein anderes Land wird in der Zukunft so stark weiterwachsen wie China. Der wachsende Mittelstand ist konsumhungrig und wird auch in Zukunft einen großen Teil seines Einkommens dazu nutzen, seinen Nachholbedarf in dieser Hinsicht zu befriedigen. Profitieren werden von der Lust am Konsum vor allem chinesische Unternehmen – etwa die beiden Internetgiganten Alibaba und Tencent. Privatanleger sollten daher überlegen, ob sie nicht einen Teil ihrer Investments in den chinesischen Markt fließen lassen und ihr Portfolio so um das Potenzial dieses riesigen Markts ergänzen.

Da trotz aller Internationalisierung die sprachlichen, rechtlichen und regulatorischen Differenzen zu den etablierten westlichen Märkten groß sind und auch groß bleiben werden, bietet sich ein Investment in breitgestreute Indizes an. Durch ihre hohe Abbildungsgenauigkeit und die bequeme Handelbarkeit geraten ETFs dabei schnell ins Blickfeld. Zudem drücken die börsengehandelten Indexfonds durch ihre geringen Kosten nur wenig auf die Rendite.

Eine Index-Tracking-Lösung auf den MSCI China ist beispielsweise der HSBC MSCI China ETF (A1JHYT), der Zugang zu den 185 größten und umsatzstärksten an der Hongkonger Börse gehandelten chinesischen Aktien bietet. Darunter sind mit Tencent, Alibaba, Netease, China Mobile und Bank of China etliche Schwergewichte. Die sind auch im DJ China Offshore 50 enthalten, der mit 50 enthaltenen Unternehmen deutlich enger gefasst ist und vom iShares Dow Jones China Offshore 50 ETF (A0F5UE) abgebildet wird.

An der Performance von ebenfalls 50 Unternehmen, allerdings mit Börsenlisting in Shanghai oder Shenzhen, kann partizipieren, wer sich den ComStage FTSE China A50 ETF (ETF024) ins Depot legt, während der db x-trackers CSI 300 ETF (DBX0M2) mit 300 Firmen deutlich breiter aufgestellt ist. Auch hier ist eine Notierung in Shanghai oder Shenzhen Voraussetzung. Dass unterschiedliche Replikationsmethoden zum Einsatz kommen, ist bei der Produktauswahl nicht entscheidend. Beide haben Stärken und Schwächen, prinzipiell überlegen, ist keine der Varianten.

ETFs AUF CHINESISCHE INDIZES

Emittent WKN Referenzindex Gesamtkostenquote 1-Jahres-Performance Replikation Kurs (5.1.2018)
HSBC A1JHYT MSCI China 0,60% p.a. 38,83% Phys. 7,81 EUR
Deutsche Bank DBX0M2 CSI 300 0,50% p.a. 16,05% Synth. 10,30 EUR
iShares A0F5UE DJ China Offshore 50 0,61% p.a. 31,48% Phys. 49,28 EUR
ComStage ETF024 FTSE China A50 0,40% p.a. 22,72% Synth. 138,09 EUR
Quelle: Derivate Magazin