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Die besten Aktien der Welt

Foto: Nastco / iStock
Bei der Aktienauswahl gehen Anleger auf unterschiedliche Weise vor. So gewinnen in Zeiten niedriger Zinsen insbesondere Dividendentitel an Relevanz. Neben einer hohen Dividendenrendite kann jedoch auch die Zuneigung einer Marke des täglichen Bedarfs den Weg der Aktie in das Wertpapierdepot ebnen. Denn insbesondere Konsumgüterwerte beweisen sich häufig in schwächeren Marktphasen als widerstandsfähig.

Der Frankfurter Alfred Herrmann fährt seinen Mercedes durch die Hofeinfahrt und parkt die E-Klasse in zwei Zügen ein. Sein Auto musste in die Werkstatt, denn die Fahrzeugelektronik hatte ihm mal wieder einen Streich gespielt. Auch wenn nun die Qualität der Fahrzeuge vermutlich nicht schlechter ist als noch vor 20 oder 30 Jahren, so gibt es heutzutage durch die umfangreichere Serienausstattung und die vielen Interieur-Optionen einfach mehr potenzielle Fehlerquellen und damit gefühlt mehr Werkstattbesuche.

Schon vor seinem Ruhestand verbrachte Alfred Herrmann als Unternehmer viel Zeit mit dem Lesen, Sehen und Hören von Börsennachrichten: Ob Börsen-Zeitung, Telebörse oder Radio – Herrmann nutzte alle Quellen. Doch nach wie vor verlässt er sich bei Aktienanlagen vor allem auf sein Gefühl. „Ich gehe mit einer der Weisheiten des Börsengurus André Konstalany d’accord: An der Börse sagt uns oft das Gefühl, was mir machen, und der Verstand, was wir vermeiden sollen“, erklärt Alfred Herrmann. „Obwohl sich die Aufwendungen für die Reparaturen meines Autos im Laufe der Jahre gefühlt erhöht haben, werde ich meinen kleinen Bestand an Daimler-Aktien weiter halten. Schließlich schüttete Daimler zuletzt höhere Dividenden aus als der Durchschnitt der Automobilbranche.“

Für das Geschäftsjahr 2018 wird der Automobilhersteller seine Dividende voraussichtlich um 40 Cent auf 3,25 Euro je Aktie kürzen. Die Ausschüttungssumme beträgt rund 3,5 Milliarden Euro. Das sind 48 Prozent des auf die Aktionäre entfallenden Konzernergebnisses. BMW wird noch stärker auf die Bremse treten. Die Dividende der Münchner soll um je 50 Cent auf 3,50 Euro je Stamm- und 3,52 Euro je Vorzugsaktie gekürzt werden. Damit sollen 32 Prozent des Netto-Gewinns an die Aktionäre überwiesen werden.

Das sind schlechte Nachrichten für die Aktionäre, denn in Zeiten niedriger Zinsen ist das Thema Dividende für Anleger wieder wichtiger geworden.

Wichtige Dividenden

Aus diesem Grund stehen derzeit auch einige DAX-Größen in der Gunst der Anleger. Der Persil-Konzern Henkel beispielsweise beabsichtigt, für das vergangene Geschäftsjahr die höchste Dividende der Unternehmensgeschichte zu zahlen. Fresenius Medical Care will die Dividende um zehn Prozent auf 1,17 Euro pro Aktie, und damit das 22. Jahr in Folge, anheben. Und SAPs Ausschüttung in diesem Jahr soll um 10 Cent auf 1,50 Euro je Aktie steigen. Analysten hatten im Schnitt mit 1,42 Euro gerechnet.

Alle drei Unternehmen haben gemeinsam, dass sie ihre Ausschüttungen bereits 2018 gegenüber dem Vorjahr um mehr als zehn Prozent gesteigert haben. Linde beispielsweise toppte diesen Wert. So haben Aktionäre des Gase- und Industrieanlagenherstellers im Jahr 2018 eine Dividende in Höhe von sieben Euro erhalten. Das entsprach einer Ausschüttungssteigerung gegenüber 2017 von 89,2 Prozent. Für das erste Quartal 2019 zahlt das aus der deutschen Linde AG und dem US-Rivalen Praxair entstandene Unternehmen nun 87,5 US-Cent je Aktie. Das sind sechs Prozent mehr als im vorangegangenen Quartal.

Procter & Gamble etwa erhöhte seine Dividende im Jahr 2018 zum 62. Mal in Folge. Seit dem Gründungsjahr 1890 hat der US-Konzern mit seinen starken Markenprodukten wie Ariel, Pampers, Meister Proper oder Gillette seine Aktionäre am Gewinn teilhaben lassen. Nicht weniger stolz als die Amerikaner ist Nestlé. Der Schweizer Konzern zahlt seinen Aktionären seit 1959 ununterbrochen eine Dividende aus. Darüber hinaus wurde die Ausschüttung im letzten Jahr zum 23. Mal hintereinander angehoben. Auch 2019 winkt eine leichte Steigerung der Dividende um knapp 4 Prozent zum Vorjahr.

Faktor Markenliebe

Letztlich lassen sich jedoch Aktionäre bei der Beurteilung einer Aktie im Regelfall nicht nur vom Dividendenvorteil, sondern auch vom eigenen Markenvertrauen inspirieren. Laut Deutschlands größter Direktbankenstudie im Auftrag von comdirect bank, Consorsbank, DAB Bank und ING-DiBa, kann sich jeder dritte Deutsche vorstellen, sich über den Kauf von Aktien an einem Unternehmen zu beteiligen, zu dessen Anhängern er gehört. Mit anderen Worten: Grundsätzlich fließt die Sympathie einer Marke gegenüber häufig in die Zusammenstellung eines Wertpapierdepots ein.

Vor allem Image-Aspekte, aber auch eine herausragende Qualität, das Design oder der unternehmerische Erfolg tragen ihren Teil zur jeweiligen Markenliebe bei. Dies sind zum Teil auch Kriterien, die für die Auswahl von Aktien wichtig sein können. Wenig verwunderlich ist, dass die Automobilhersteller hier an der Spitze der kaufwilligen und überzeugten Anhänger liegen.

Marken des täglichen Lebens

Aber auch Marken, denen ein Anleger jeden Tag aufs Neue begegnet, können bei Kaufentscheidungen für Aktien durchaus beeinflussend wirken. Hierbei handelt es sich vor allem um Konsumgüterwerte. Diese Unternehmen stellen Produkte des täglichen Bedarfs – ob Lebensmittel oder Haushaltsartikel – her.

Unternehmen wie Beiersdorf, Lindt & Sprüngli, L’Oréal, McDonald’s, Reckitt-Benckiser, Unilever oder Coca-Cola- Rivale PepsiCo vereint die Tatsache, dass die Nachfrage nach den meisten ihrer Produkte auch in schwächeren Konjunkturphasen eher gleichbleibend ist und daher im Gegensatz zu Unternehmen aus vielen anderen Branchen Einbußen kaum befürchtet werden. Andererseits profitieren diese Unternehmen im Regelfall auch weniger stark in Phasen brummender Konjunktur. Das spiegelt sich auch im Kursverlauf der jeweiligen Wertpapiere wider.

Geadelte Wertpapiere

Übrigens: Aktien von Konsumgüterfirmen sind auch aus einem anderen Grund bei vielen Anlegern beliebt: Einige der Konzerne aus diesem Bereich gehören zu den besonders großzügigen und verlässlichen Dividendenzahlern am Markt.

„In volatilen Konjunkturphasen zocke ich nicht, sondern vertraue auf Unternehmen, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen auszeichnen.“ Denn für Alfred Herrmann sind das die besten Aktien der Welt.

Passend dazu kann für interessierte Anleger daher unter anderem ein Blick auf die Musterportfolios des DividendenAdels von Christian W. Röhl und Werner H. Heussinger unter www.dividendenadel.de durchaus lohnend sein.