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Einfach gut gerüstet sein

Foto: ozgurdonmaz / iStock
Es ist Sommerpause und auch Halbzeit im laufenden Kapitalmarktjahr. Viele Anleger haben sich längst zurückgezogen und genießen die schönsten Wochen des Jahres im Urlaub. Gleichwohl fragen sich viele mit Blick auf die bisherige Börsenentwicklung, was uns die nächsten Monate bringen werden. Sehen wir nun die nachhaltige konjunkturelle Eintrübung mit stagnierenden oder sinkenden Kursen? Oder geht die Aufwärtsbewegung in eine (nächste) Verlängerung? Mit strukturierten Wertpapieren sind sie für jede Marktphase gewappnet.

Viele Anleger gehen wohl etwas zwiespältig in die zweite Jahreshälfte. Auf der einen Seite flaut die deutsche Konjunktur weiter ab. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist allein im Juni weiter auf 97,4 Punkte gesunken – der niedrigste Wert seit November 2014. Pessimismus macht sich bei den Unternehmen zunehmend breit. Der schwelende Handelskonflikt und eine geostrategisch schwierige Gemengelage drücken auf die Stimmung.

Auf der anderen Seite bestärkt die nach wie vor sehr freizügige Geldpolitik in Europa und Übersee die Annahme weiter steigender Kurse. Denn billiges Geld sucht nach attraktiven Anlagehäfen. Insofern liegt hier einer der Gründe für die Hausse. Seit Januar wurden die Monate tendenziell besser, mit Ausnahme des Wonnemonats Mai. Natürlich gibt es an den Finanzmärkten immer mal Schwankungen, und es kommen Tage, an denen es nach unten geht. Das sollten Anleger immer im Kopf haben. Aber bis dato hält der Trend und der deutsche Leitindex DAX schließt das erste Halbjahr mit einem komfortablen Plus von zirka 15 Prozent ab. Es gibt wohl nur wenige, die einen derart guten Verlauf vorhergesagt hatten.

GESCHÄFTSKLIMAINDEX (JUNI 2017 – JUNI 2019)

Geschäftsklima Geschäftslage Geschäftserwartungen
06/2017 103,0 104,4 101,7
09/2017 104,1 106,1 102,0
12/2017 104,8 107,1 102,6
03/2018 103,5 106,9 100,3
06/2018 102,1 105,4 98,9
09/2018 103,9 107,4 100,5
12/2018 101,2 105,4 97,2
03/2019 99,7 104,1 95,6
06/2019 97,4 100,8 94,2
Quelle: Deutscher Derivate Verband, Juni 2019

Im Übrigen ist auch das Gros der Zertifikate-Anleger für den DAX weiterhin positiv gestimmt. Das legen zumindest die Ergebnisse der Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands nahe. Demnach gehen 43 Prozent der Privatanleger in Deutschland in den verbleibenden Monaten von weiter steigenden oder sogar stark steigenden Kursen beim deutschen Leitindex DAX aus. 22 Prozent sind der Meinung, dass es zu keinen größeren Veränderungen kommen wird. In der Summe sind damit rund ²∕ ³ der Befragten entweder neutral oder optimistisch für den Leitindex gestimmt. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten erwartet bis zum Jahresende fallende bzw. stark fallende Kurse.

Doch ganz gleich welches Szenario eintritt, an der Attraktivität sämtlicher kapitalmarktaffiner Finanzprodukte hat sich wenig geändert. Strukturierte Wertpapiere in ihrer gesamten Bandbreite können gerade in diesem Umfeld eine durchaus reizvolle Ergänzung im Portfolio sein. Denn je nach persönlicher Marktmeinung können Anleger das für sie passende Produkt auswählen. Der Blick auf die Umsätze und das investierte Volumen einzelner Kategorien legt diesen Schluss nahe.

Im Übrigen ist auch das Gros der Zertifikate-Anleger für den DAX weiterhin positiv gestimmt. Das legen zumindest die Ergebnisse der Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands nahe. Demnach gehen 43 Prozent der Privatanleger in Deutschland in den verbleibenden Monaten von weiter steigenden oder sogar stark steigenden Kursen beim deutschen Leitindex DAX aus. 22 Prozent sind der Meinung, dass es zu keinen größeren Veränderungen kommen wird. In der Summe sind damit rund ²∕ ³ der Befragten entweder neutral oder optimistisch für den Leitindex gestimmt. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten erwartet bis zum Jahresende fallende bzw. stark fallende Kurse.

Doch ganz gleich welches Szenario eintritt, an der Attraktivität sämtlicher kapitalmarktaffiner Finanzprodukte hat sich wenig geändert. Strukturierte Wertpapiere in ihrer gesamten Bandbreite können gerade in diesem Umfeld eine durchaus reizvolle Ergänzung im Portfolio sein. Denn je nach persönlicher Marktmeinung können Anleger das für sie passende Produkt auswählen. Der Blick auf die Umsätze und das investierte Volumen einzelner Kategorien legt diesen Schluss nahe.

Anleger, die angesichts Index-Rekordstände künftig eher Seitwärtskurse erwarten, sollten sich Express-Strukturen einmal näher anschauen. Das in diese Produktstrukturen investierte Volumen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag Ende April bei 17,8 Mrd. Euro (entspricht rund 27 Prozent des Volumens in Anlage-Zertifikaten). Im Vergleich zum Stichtag 30. April 2017 ist auch das entsprechende Produktangebot größer geworden. Express-Zertifikate bieten den Vorteil mehrerer möglicher Rückzahlungstermine – in der Regel sind diese jährlich. Sie können vorzeitig zurückgezahlt werden, sobald sich beispielsweise der Aktienkurs am vorzeitigen Rückzahlungstermin positiv entwickelt hat. Andernfalls wird das Produkt nicht vorzeitig fällig und läuft weiter. Der Anleger hat in den folgenden Jahren wieder die Chance auf eine vorzeitige Rückzahlung mit Ertrag.

Eine Alternative für seitwärts tendierende oder leicht fallende Kurse sind Discount-Zertifikate. Wenn sich dabei der Basiswert am Ende der Laufzeit nicht verändert hat, erzielt der Anleger Gewinn. Selbst wenn die Basiswerte nur moderat gefallen sind, muss das Engagement mit dem Discount-Papier nicht im Verlust enden. Nur bei einer starken Abwärtsbewegung verlieren die Investoren. Mit rund 190.000 Produkten sind diese Klassiker sehr stark im Markt unterwegs. In den zurückliegenden Jahren ist das investierte Volumen eher rückläufig gewesen, aber das könnte sich bei veränderten Marktgegebenheiten wandeln. Anleger, für die Sicherheit die oberste Maxime ist, sind mit kapitalgeschützten Produkten gut aufgestellt. Nach jahrelangen Rückgängen ist das Thema Sicherheit zuletzt bei Zertifikate-Anlegern verstärkt in den Fokus gerückt; das investierte Volumen stieg per Stichtag 30. April 2019 auf 25,6 Mrd. Euro an. Das bedeutet, knapp 40 Prozent des Gesamtvolumens waren in diesen Strukturen allokiert. In der Summe lässt sich sagen, dass der gezielte Einsatz strukturierter Wertpapiere im Portfolio fast schon verpflichtend ist.

MARKTVOLUMEN AUSGEWÄHLTER PRODUKTKATEGORIEN (IN EURO)

30.04.2019 30.04.2017
100% Kapitalschutz 25,6 Mrd. 22,4 Mrd.
Express-Zertikate 17,8 Mrd. 12,0 Mrd.
Discount-Zertikate 4,1 Mrd. 4,9 Mrd.
Quelle: Deutscher Derivate Verband, Juni 2019

Keine unliebsamen Überraschungen im Urlaub
Die Ferienzeit kann es markttechnisch durchaus in sich haben. Zwar gibt es tendenziell weniger handelsrelevante Nachrichten, diese können jedoch im negativen Fall auch in einem beschleunigten Abverkauf münden. Anleger, die hier keine Vorsorge treffen, könnten mitunter das Nachsehen haben. Eine Möglichkeit ist die Portfolioabsicherung. Passende Werkzeuge für diese Strategie sind sogenannte Put-Optionsscheine, die auf sinkende Kurse setzen. Mit ihnen kann sich der Anleger für den Fall eines Kurssturzes seiner Aktien absichern. Üblicherweise verhält sich der Kurs eines Optionsscheins überproportional zur Bewegung des Basiswerts. Somit ist es zur Absicherung einer Position ausreichend, einen wesentlich kleineren Betrag aufzuwenden als für das Aktieninvestment. Fällt der Kurs der Aktie bzw. des Basiswerts, kann idealerweise der Kursverlust durch den gleichzeitigen Wertanstieg des Optionsscheins ausgeglichen werden. Steigt dagegen der Kurs des Basiswerts, wird der Optionsschein wertlos. In der Summe gleicht der Einsatz von Put-Optionsscheinen also einer Versicherung. Im Schadensfall – bei sinkenden Kursen – greift die Versicherung. Bei Kursanstiegen im Basiswert bleibt der Versicherungsfall dagegen aus.

LARS BRANDAU (54) ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäfts- führer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikations- pro . Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig, zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse.

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