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Mit diesen Brokern lässt sich bares Geld sparen

Foto: antoniokhr /istock

Egal für welche Assetklasse oder Produkte sich Anleger im Nullzinsumfeld entscheiden, eine Portion Risiko gehört dazu, um noch attraktive Renditen zu erzielen. Dennoch sollten Anleger nicht allein auf die Renditechancen achten. Gerade die Gebühren können bei kleinen Anlagesummen einen großen Unterschied ausmachen. Das Angebot an Brokern für Selbstentscheider und Produktalternativen ist riesig, daher haben wir bei Feingold Research die größten Online-Broker sowie Social Trading- und CFD-Anbieter unter die Lupe genommen.

Wer sein Geld selber in die Hand nehmen möchte und an einer Börse handeln will, ist in der Regel nicht bei der Bank um die Ecke aktiv, sondern entscheidet sich meist für ein Depot bei einer Online-Bank oder einem spezialisierten Broker, da sie meist preiswerter sind. Dabei ist die Auswahl groß und im Zuge der Digitalisierung nimmt das Angebot an Online-Alternativen stetig zu. Doch welcher Broker ist der Beste? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, allerdings sollten Privatanleger bei der Suche nach einem passenden Broker besonders auf die folgenden Kriterien achten: Kosten, Webauftritt und Service. Wir haben in unserem Brokervergleich nicht nur Online-Broker hinsichtlich dieser Kriterien unter die Lupe genommen, sondern uns auch die Social-Trading-Anbieter und CFD-Broker angeschaut. Das Social Trading gewinnt immer mehr an Bedeutung: wer noch nicht seine eigene Handelsstrategie entwickelt hat, kann sich dort an erfolgreichen Tradern orientieren und selbst in eines der erfolgreichen Depots investieren. Wer bietet was und wo lässt sich richtig Geld sparen? Erst einmal schauen wir uns die Online-Broker und unseren Testsieger an.

Degiro ist Gesamtsieger bei den Online-Brokern

Insgesamt sollte man als Anleger genau hinschauen bei der Wahl des Brokers. Auch auf Festpreise wie etwa bei flatex kommen mitunter noch externe Gebühren des jeweiligen Handelsplatzes. Häufig setzen sich die Gebühren aus einer fixen Provision und einem prozentualen Anteil des Ordervolumens zusammen. Ein Beispiel: Für eine Transaktion mit einem Volumen von 10.000 Euro an der Frankfurter Wertpapierbörse Xetra fallen bei Degiro Gebühren von gerade mal 2,80 Euro an (2 Euro + 0,008 Prozent), während eine solche Order bei comdirect mit 11,40 Euro zu Buche schlägt.

Am teuersten ist die Consorsbank mit 11,45 Euro. Selbst beim ebenfalls günstigen Broker flatex betragen die Gebühren knapp sieben Euro. Zwar bietet flatex beim Xetra-Handel einen vom Ordervolumen unabhängigen Festpreis von fünf Euro, jedoch kommen in diesem Fall noch die Gebühren der Börse dazu. Und Comdirect bietet für „Viel-Trader“ ab 125 Trades pro Halbjahr zwar einen Rabatt von 15 Prozent an, jedoch liegen die Gebühren auch damit meist noch deutlich über denen der Konkurrenz.Bei Degiro fällt der Onlineauftritt dürftig aus, dennoch schafften es die Niederländer in diesem Jahr auf Platz eins – aufgrund ihrer günstigen Preise sogar mit deutlichem Vorsprung. Der Preis-Aspekt war 2017, einem Jahr mit wenigen schwankungsintensiven Tagen, das wichtigste Kriterium.

Der Onlineauftritt des Preisführers Degiro wirkt sehr aufgeräumt. Interessenten finden auf der Startseite alle wichtigen Informationen, neben den Konditionen vorallem eine gut gegliederte Übersicht über alle handelbaren Produkte und die verfügbaren Handelsplätze. Nach dem Login wird man auf die individuelle Startseite weitergeleitet, auf der alle wichtigen Indizes, Währungen sowie Tagesgewinner und -verlierer dargestellt werden. Darüber hinaus lassen sich über eine Suchleiste aktuelle Aktienkurse, Anleihen und Knock-outs (sogar nach Emittenten sortiert) nachsehen, die über einen Button direkt ins eigene Depot geordert werden können. Auf einen negativen Einlagenzins sowie auf Gebühren bei der Dividendenauszahlung wird verzichtet. CFDs werden ebenfalls angeboten, Sparpläne dagegen nicht.

Nachteilige Starpartnerschaften

Auch bei den sogenannten Starpartnerschaften sollten Anleger die Augen ganz weit auf haben. Ein Vergleich des Anbieters Consorsbank zeigt beispielsweise, dass man zwar einige Anbieter als Starpartner im Angebot hat, deren Produkte speziell im Bereich Optionsscheine jedoch häufig kostenseitig über dem Angebot jener Emittenten liegen, die nicht zum Starpartnerbereich zählen.

2017 fiel uns auf, dass beispielsweise die Emittenten Unicredit oder Goldman Sachs sehr attraktive Preise im Bereich der Optionsscheine gerade auf US-Aktien und Indizes stellten, diese jedoch von Kunden des betroffenen Brokers gemieden werden, da dieser mit seinen Star-Partnerschaften lockt. Zwar zählt comdirect zu den teuersten Brokern, dafür finden sich hier andere Vorteile. Der Handel ist vielseitig und daher kann an allen deutschen und US-Börsen gehandelt werden. Zudem verzichtet comdirect auf einen negativen Einlagenzins.

Die mit Abstand meisten Handels- und Börsenplätze bietet allerdings flatex an. Der Broker mit mehr als 300 kostenlosen ETF-Sparplänen ist hier die Nummer eins. Nachteil ist der negative Einlagenzins und bei Dividendenzahlungen von ausländischen Werten werden zusätzliche Gebühren erhoben. Insgesamt landet flatex in der Gesamtabrechnung auf Platz zwei.

ING Diba als Drittplatzierter überzeugte ebenfalls mit guten Noten, speziell im Bereich Oberfläche und Service. Preislich lag man eher im oberen Bereich, bietet den Kunden jedoch zahlreiche Aktionen, um die Handelskosten niedrig zu halten.

Hier lässt sich etwas verbessern

Consors ist nicht nur einer der teuersten Broker, sondern auch einer mit zahlreichen technischen Problemen, selbst wenn kein Brexit oder US-Wahltag ist. So erreichten uns Beschwerden, dass jedes Mal bei größeren Updates Probleme auftreten.

Auch bei der vergleichsweise einfachen Darstellung des Chartverlaufs am Morgen eines Handelstages treten Lücken auf, die das Chartbild verzerren. Daher landet die Consors Bank auf dem letzten Platz unseres Brokerchecks. Knapp davor liegt der SBroker, dessen Handelsplattform produktseitig mit einem umfangreichen Angebot an handelbaren Wertpapieren überzeugt.

Futures, Optionen und Währungen sucht man allerdings beim Broker der Sparkassengruppe vergebens. Außerdem liegen die Gebühren überdurchschnittlich hoch. Der Online-Ableger der Deutschen Bank maxblue zählt ebenfalls nicht zu den günstigsten Brokern auf dem Markt. Bis auf CFDs ist das Angebot allerdings recht ordentlich, es stehen über 30 ausländische Handelsplätze zur Verfügung.

Die Unterschiede, insbesondere bei den Gebühren, sind teilweise gewaltig. Da aber auch jeder Broker beim Angebot seine Stärken und Schwächen hat, sollten Anleger genau vergleichen. Mitunter kann es sinnvoll sein, zwei oder mehr Konten beim Broker zu unterhalten – eine Streuung, die selten geschadet hat.

BROKER DEGIRO FLATEX ING DIBA COMDIRECT MAXBLUE SBROKER CONSORS-BANK
Kriterium Gewicht              
Kosten/Orderprovision Kleinorders 1.000 € 30% 3 6 9 9 9 9 9
Webauftritt & Fehleranfälligkeit Darstellung Depots 10 % 3- 2 1- 1 3 3- 3-
Service und Nutzerfreundlichkeit 10 % 4 3 2+ 2 2 3- 3-
Sparpläne und CFD-Angebot 10 % 4 2 2- 1 4 2 3
Teilausführung kostenfrei 10 % 1 1 1 1 1 1 1
Kosten/Orderprovision Großorders10.000€ 30% 3 6 9 15 12 15 15
GESAMTPUNKTE 18,5 20 24,5 29 31 33 35
GESAMTNOTE 1,85 2 2,45 2,9 3,1 3,3 3,5
RANG 1 2 3 4 5 6 7
Notenvergabe: Schulnoten mal Gewichtung, also Degiro bei Kleinorders hat eine 1 mal Gewicht von 30 Prozent ergibt 3 Punkte.

Für Neueinsteiger ist der Aktien- und Derivatehandel oft schlichtweg kompliziert. Zu Beginn kostet es viel Zeit eine eigene Anlagestrategie zu entwickeln. Ein immer breiter werdendes Angebot, beispielsweise durch neue Basiswerte wie Kryptowährungen, erschwert den Einstieg noch zusätzlich. Damit nicht nur Einsteiger einen guten Überblick bekommen, haben wir im zweiten Teil unseres Brokerchecks das Angebot der etablierten spezialisierteren Anbieter geprüft. Ein Schwerpunkt bei diesem Vergleich ist das Angebot an Social-Trading-Möglichkeiten, weil Anleger über eine solche Plattform Erfahrungen teilen und vom Wissen der anderen Trader profitieren können. Wie sieht das Angebot der Social-Trading- und CFD-Broker im Speziellen aus?

Bei diesem Test wurden nur Anbieter unter die Lupe genommen, die schon länger hierzulande ansässig sind und Mindeststandards bei der Regulierung erfüllen. Die Angebote unterscheiden sich sehr, allerdings legen alle Anbieter sehr viel Wert darauf, ihren Kunden das Trading-Know-how beizubringen. Sie können zwischen zahlreichen Webinaren, Tools oder Chartprogrammen entscheiden. Die Gebühren sind meist niedriger als bei herkömmlichen Brokern, allerdings ist die Gegenpartei meist der Emittent selber. Bei vielen Brokern ist es aber auch möglich, über eine Börse zu handeln, allerdings müssen hier wie üblich noch Börsengebühren gezahlt werden. Da der soziale Aspekt bei vielen Tradern immer mehr an Bedeutung gewinnt, wurde dieser Aspekt des Tradings diesmal hoch gewichtet. Beim diesjährigen Check landeten die Social-Trading-Anbieter daher weit vorne.

Vielfältige Krypto- und Brokerangebote

Sieger 2017 wurde ayondo. Auf der übersichtlich gestalteten Startseite hat der Nutzer die Wahl – klassisches CFD-Angebot oder Social Trading. Die Besonderheit dieser Plattform ist das breite Angebot an Basiswerten und an Experten, denen man per Social Trading folgen kann. So funktioniert’s: Die Trader werden in fünf Karriere- stufen eingeteilt. Auf der höchsten Performancestufe hat der Nutzer derzeit eine Auswahl aus 25 Experten, deren Handelsentscheidungen übernommen werden können.

Bei der Preisgestaltung liegt der Broker, der auch den Bitcoin in sein Angebot aufgenommen hat, in unserem Test im vorderen Mittelfeld. Über den Bitcoin hinaus ist das Produktangebot gut. Handelbar sind auch Aktien aus Großbritannien, den USA oder anderen europäischen Börsen. Ebenfalls breit aufgestellt ist das Info-Angebot. Auf einem Blog und in mehrmals wöchentlich stattfindenden Webinaren werden Anleger und Trader auf dem neusten Stand gehalten. Die Darstellung der Seite wirkt modern und ansprechend, was sich auch auf die Handelsfläche überträgt. Anleger können direkt aus dem Chart ihre Orders aufgeben.

eToro und ActivTrades folgen ayondo

Auf Platz zwei landet mit eToro ein anderer Social-Trading-Anbieter. Der Broker bietet das weltweit größte Social-Trading-Netzwerk an, ihre Stärke sind die CopyFunds. Dabei können Anleger sowohl Tradern folgen als auch bestimmten zusammengesetzten Indizes. Nicht nur für Einsteiger sicherlich eine interessante Option, sich an das Trading heranzutasten. Für Einsteiger empfehlenswert ist das Demo-Konto, bei dem Neulinge erste Gehversuche an der Börse ohne das Risiko eines Verlusts unternehmen können. Das Produktangebot reicht über Aktien, CFDs und Rohstoffe bis hin zu Währungen und zahlreichen Kryptowährungen, wobei die Gebühren insgesamt in einem vertretbaren Bereich liegen.

Auf Platz drei und damit auf das Podium hat es auch der Broker ActivTrades geschafft. Hier ist der Webauftritt sehr übersichtlich und kompakt, der Broker hat auch für die Preisstellung die Bestnote bekommen. Auch Kryptowährungen gehören inzwischen zum Angebot. Mit der Möglichkeit für ein Forum oder Social Trading hätte auch mehr herausspringen können. Sehr ordentlich ist auch das Schulungsangebot, ebenso wie beim Nächstplatzierten CMC Markets. Der Online-Broker mit Sitz in London hat das Podium nur knapp verfehlt und bietet seinen Kunden ein umfangreiches Webinarangebot an. Mit einem Umfang von über 10.000 Produkten gehört CMC damit zu den führenden Anbietern von CFDs in Deutschland. Auch Währungen können gehandelt werden, wobei insgesamt 330 Währungspaare zur Verfügung stehen. In puncto Kosten zählt CMC zu den günstigeren Anbietern, die Gebühren liegen beispielsweise bei Aktienkäufen unter den Gebühren vieler Konkurrenten und Online-Broker.

Die Verfolger

Im Bereich Transaktionskosten erhält auch IG von uns die Bestnote, da die Gebührenordnung transparent und übersichtlich ist. Jeder Bereich, Aktienhandel und CFDs, hat eigene Kostentabellen, die sich nach den unterschiedlichen Typen oder Handelsplätzen gliedern. Die Provisionen reichen beim Aktienhandel von 0,05 bis 0,1 Prozent. Das Webinarangebot ist gut, aber im Vergleich zu anderen Anbietern etwas schwächer. Ähnliches gilt für das Produktangebot, weshalb das Gesamtpaket bei IG ebenfalls gut bewertet wurde. Auf den letzten beiden Plätzen landeten Wikifolio und der CFD-Anbieter XTB, die im Vergleich zu den anderen Brokern im Bereich der Schulungen und Preisstellungen schwächelten.

Bei XTB wirkte sich noch die fehlende Social-Trading-Anbindung negativ aus. Die Möglichkeit des Social Tradings gibt es bei Wikifolio. Direkt auf der Plattform haben Anleger die Möglichkeit, direkt in profitable Wikifolios (Musterdepots) erfolgreicher Trader zu investieren. Daher muss nicht jedes Papier einzeln gekauft werden und das eigene Depot andauernd wieder angepasst werden. Man folgt über das entsprechende Wikifolio der Anlagestrategie des ausgewählten Traders. Die Nutzung des Portals ist kostenlos, es fallen erst Transaktionsgebühren an, wenn Anleger in ein Zertifikat investieren. Dann fällt eine Zertifikategebühr von 0,95 Prozent p.a. an. Weitere Kosten entstehen nur, wenn das Wikifolio neue Höchststände erreicht, Anleger zahlen dann individuell pro Wikifolio eine Performancegebühr bis maximal 30 Prozent vom Gewinn.

Die Webseite von XTB ist etwas gewöhnungsbedürftig, auch die Preisgestaltung ist u. E. etwas unübersichtlich. Jedoch bietet XTB einige Promotionen und Rabattaktionen für seine Kunden an. Die Navigation auf der Webseite ist durch die Darstellung der einzelnen Reiter nicht sehr intuitiv, worunter die Nutzerfreundlichkeit leidet. Einen Service bietet XTB mit unterschiedlichen Hotlines für die Themen Kontoeröffnung, Schulungen und Kundenservice an.

Social Trading ist nicht nur ein Modetrend, sondern bietet handfeste Vorteile, um Erfahrungen an der Börse zu sammeln. Daher schneiden dessen Anbieter im Check vergleichsweise gut ab, aber auch CFD-Broker haben ihre Vorteile. Einen Überblick über die wichtigsten Informationen und Bewertungen bietet die Tabelle (siehe Seite 41). Je nach Angebot der Onlinebroker, der Social-Trading- und CFD-Broker können Anleger unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Schließlich hängt bei der Auswahl des geeigneten Anbieters vieles nicht allein am Preis oder den Gebühren, sondern auch an den persönlichen Vorlieben jedes einzelnen.

CFD/SOCIAL-TRADING BROKER AYONDO ETORO ACTIVTRADES CMC MARKETS IG WIKIFOLIO XTB
Kriterium Gewicht
Transaktionskosten(Aktien-)(CFDs) 20% 5 4 2 2 2 6 6
Webauftritt und Newsversorgung 10 % 2 3 1 1 2 3 3
Service und Nutzerfreundlichkeit 10 % 2 2 2 2 2 2 3
Webinarangebot (QuantitätundQualität)10% 1,5 4 2 1 2 4 3
Möglichkeit Social Trading 20 % 2 2 12 12 12 2 12
Sicherung der Einlagen 10 % 1 2 2 2 2 2 3
Anzahl Basiswerte im Angebot/Angebot Bitcoin verfügbar 10 % 2 1 2 3 2,5 4 2
Kursstellung/feste Bindung an einzelne Produktanbieter 10 % 2 2 1 1 1 5 2
GESAMTNOTE 1,75 2,0 2,4 2,4 2,55 2,8 3,4
RANG 1 2 3 4 5 6 7
Notenvergabe: Schulnoten mal Gewichtung, also ayondo hat bei Social Trading eine 1 mal Gewicht von 20 Prozent ergibt 2 Punkte.